DIALOG Nr. 116

DIALOG Nr. 116

Vor über einem Jahrzehnt veröffentlichten wir Ryszard Kapuścińkis Essay „Die Begegnung mit dem Anderen als Herausforderung für das 21. Jahrhundert“ (DIALOG Nr. 69–70/2005). Jedes Mal, wenn der Mensch einem Fremden begegnet, unterstrich der Schriftsteller, hat er verschiedene Möglichkeiten: der Ablehnung, des Konflikts oder der Annäherung. Die Menschheitsgeschichte zeige, so Kapuściński, dass wir nicht nur zur Abgrenzung fähig seien, sondern auch eine Kultur der Annäherung, des Respekts vor dem Anderen entwickelt haben.

In der neuen Ausgabe unseres Magazins (DIALOG Nr. 116) zeigen wir, wie differenziert der polnische Diskurs über Einwanderung ist. Marcin Żyła sieht in der kritischen Haltung gegenüber den Flüchtlingen eine kulturelle Verarmung Polens. Marta Siciarek zeigt, wie sich seit Jahren die Stadt Danzig, Politiker, Beamte und gesellschaftliche Akteure auf neue Einwohner aus anderen Nationen und Kulturen vorbereiten. Adam Balcer warnt vor antimuslimischen Vorurteilen, die Polens Partnerschaft mit dem Westen, die Zusammenarbeit mit aufgeklärten, im Westen tief verwurzelten Muslimen belasten könnte. Und schließlich werfen wir auch einen Blick auf Deutschland. Judith Sobczak dokumentiert das Schicksal der Nahost-Flüchtlinge, Joachim Trenkner analysiert nicht bloß die politischen Folgen der Einwanderungswelle. Er erinnert vor allem daran, dass der Wohlstand und das kulturelle Reichtum der Berliner Republik im Wesentlichen Folgen der Öffnung der Deutschen gegenüber Migranten seien.

Wir empfehlen Ihnen ebenfalls die Lektüre der Beiträge von u. a. Joanna Krakowska, Heinrich Olschowsky, Bogdan Twardochleb, Marcin Wiatr sowie des Interviews Anna Matejas mit Professor Jacek Kurczewski.

Die DIALOG-Ausgabe Nr. 116 ist in ausgewählten Buchläden und an Flughäfen sowie online über www.dialogmagazin.eu erhältlich.

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